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1.666 Firmenpleiten im September — mehr Fälle, aber jeder einzelne kleiner: Was Käufer daraus lesen

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat am 8. Oktober seine September-Zahlen vorgelegt: 1.666 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften, 9 % mehr als im August, 13 % mehr als im September 2025 und 85 % über dem Durchschnitt eines September vor der Pandemie. Das ist genau die Umkehrung des Augusts: Damals sanken die Fallzahlen, während die betroffenen Arbeitsplätze in den größten Fällen stiegen. Im September ist es umgekehrt — mehr Fälle, aber in den zehn Prozent größten insolventen Unternehmen waren <strong>nur noch rund 11.600 Arbeitsplätze</strong> betroffen, 28 % weniger als im August. Wir betreiben eine Plattform, die täglich alle deutschen Insolvenzbekanntmachungen einliest und anreichert — hier ist, was in den September-Daten steht.

Von Übernahme-Radar Redaktion

Vertragsunterlagen auf dem Schreibtisch

1. Das Spiegelbild des Augusts: mehr Fälle, aber kleinere

1.666 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften, 9 % über dem August-Wert, 13 % über dem September 2025 und 85 % über dem Vor-Corona-Durchschnitt: Die Fallzahl ist spürbar gestiegen. Gleichzeitig sank die Zahl der Arbeitsplätze in den zehn Prozent größten insolventen Unternehmen auf rund 11.600 — 28 % weniger als im August, 44 % weniger als im September 2025. Beide Bewegungen zusammen ergeben ein klares Bild: Es gab im September mehr Verfahren, aber im Durchschnitt deutlich kleinere Unternehmen darin als im Vormonat.

Das ist exakt die Umkehrung dessen, was im August passierte — dort sank die Fallzahl, während die betroffenen Arbeitsplätze in den größten Fällen stiegen. Zusammen zeigen August und September, dass die beiden Kennzahlen unabhängig voneinander schwanken: Fallzahl und durchschnittliche Fallgröße sind zwei verschiedene Signale, die in dieselbe Richtung oder gegeneinander laufen können. Für einen Käufer heißt das: Ein Monat mit vielen, aber im Schnitt kleineren Fällen ist kein schwächerer Markt — es ist ein Markt mit mehr Durchlauf und mehr Gelegenheiten, dafür mit im Schnitt überschaubarerem Due-Diligence-Aufwand pro Fall.

Trotz der 131 % über dem Vor-Corona-Durchschnitt liegenden Arbeitsplatzzahl bleibt auch der absolute September-Wert hoch — 11.600 betroffene Arbeitsplätze allein in den größten zehn Prozent der Fälle sind kein kleiner Markt, nur ein anderer als im August.

2. Das dritte Quartal: zweithöchster Wert seit 2005, aber leicht unter dem Hoch des zweiten Quartals

Über das gesamte dritte Quartal 2026 zählt das IWH 4.880 Insolvenzen — 2,3 % weniger als im zweiten Quartal, aber weiterhin der zweithöchste Quartalswert seit 2005. Die betroffenen Arbeitsplätze im Quartal summieren sich auf 41.000, 10 % weniger als im Q2. Rechnerisch deckt sich das mit den drei Einzelmonaten: Juli (1.689, siehe unser Juli-Artikel), August (1.525) und September (1.666) ergeben zusammen genau 4.880 — die Zahlen sind intern konsistent.

Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, ordnet die Entwicklung so ein: „Nach dem Höchststand im zweiten Quartal ist die Zahl der Insolvenzen leicht zurückgegangen. Das Insolvenzgeschehen liegt aber weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.” Für Käufer ist die Botschaft eindeutig: Der leichte quartalsweise Rückgang ist keine Entwarnung — er bewegt sich innerhalb eines Niveaus, das historisch außergewöhnlich bleibt, und laut IWH-Frühindikatoren bleiben auch die kommenden Monate auf hohem Niveau, mit Aussicht auf eine mögliche Entspannung erst zum Jahresende.

3. Unsere Live-Daten: was die Plattform heute zeigt

Diese Ausgabe nennt bewusst keine exakte Septemberzahl aus unserer eigenen Datenbank — der direkte Datenbankzugriff war in dieser Ausführung nicht verfügbar, und eine geschätzte Zahl hätte hier nichts zu suchen (siehe HARD RULE #0 unseres eigenen Betriebshandbuchs: Zahlen über echte Unternehmen müssen belegbar sein). Stattdessen die Zahlen, die am 8. Oktober 2026 direkt auf der öffentlichen Seite /statistiken standen: 365 neue Fälle in den letzten 7 Tagen, 1.523 in den letzten 30 Tagen, 5.016 in den letzten 12 Monaten.

Diese Zahlen zählen ausschließlich echte amtliche §9-InsO-Bekanntmachungen deutscher Gerichte (keine Verkaufsbörsen wie nexxt-change), jedes Unternehmen einmal, datiert auf seine erste Bekanntmachung, und ohne zurückgezogene oder gesperrte Fälle. Das ist eine strengere Definition als in unseren Juni-/Juli-/August-Artikeln verwendet — die Zahlen dort sind damit nicht direkt vergleichbar mit diesen (siehe FAQ unten). Die laufend aktualisierte Monatsreihe mit Bundesland- und Branchen-Aufschlüsselung steht live auf /statistiken.

4. Was daraus für die nächsten Wochen folgt

Mehr Fälle bei im Schnitt kleinerem Zuschnitt bedeutet: Tempo zählt stärker als im August. Wer bei jedem einzelnen Fall eine wochenlange Prüfung ansetzt, verpasst in einem Monat mit erhöhtem Durchlauf mehr Gelegenheiten als in einem Monat mit wenigen Großfällen. Das beste Fenster für die Erstansprache des Verwalters liegt erfahrungsgemäß zwischen Woche 2 und Woche 6 nach dem Eröffnungsbeschluss — wie diese Ansprache aussehen sollte, steht im Leitfaden zur Verwalter-Ansprache.

Bei kleineren Fällen zahlt sich eine vorbereitete, wiederholbare Prüfroutine mehr aus als eine auf einen Einzelfall zugeschnittene Due Diligence. Die Grundlagen dafür stehen in der Due-Diligence-Checkliste und in Betriebsübergang im Asset Deal.

Und weil das IWH für die kommenden Monate weiterhin ein hohes Niveau erwartet und eine mögliche Entspannung frühestens zum Jahresende sieht, bleibt das vierte Quartal ein Markt mit anhaltend hohem Angebot — unabhängig davon, ob der einzelne Fall groß oder klein ausfällt.

5. So finden Sie die kaufbaren September-Fälle

Alle hier gezählten Verfahren sind auf unserer Plattform recherchierbar — mit KI-angereicherten Dossiers (Registerdaten, Bundesanzeiger-Abschlüsse, Web-Präsenz, Verwalter-Kontakt) und einem Match-Score gegen Ihr Käuferprofil. Statt §-9-Bekanntmachungen von Hand zu durchsuchen, sehen Sie morgens die Fälle, die zu Ihrem Suchprofil passen.

Für jeden Fall erzeugt das Deal-Playbook einen konkreten Aktionsplan: welche Assets relevant sind, wie die Verwalter-Ansprache aussehen sollte, welche Fristen laufen. Ob ein Verfahren überhaupt auf Fortführung zusteuert, lässt sich oft früh erkennen — die Signale dafür stehen in Fortführung oder Stilllegung. Zum Vormonat: die August-Zahlen.

Die September-Kohorte ist live — filtern Sie nach Bundesland, Branche und Verfahrensstand unter /unternehmen.

Häufige Fragen

Woher stammen die Zahlen in diesem Artikel?

Die Marktzahlen (1.666 Insolvenzen, +9 % gegenüber August 2026, +13 % gegenüber September 2025, +85 % gegenüber dem Vor-Corona-September, rund 11.600 betroffene Arbeitsplätze in den größten 10 % mit −28 % gegenüber August, Q3-Summe 4.880 mit −2,3 % gegenüber Q2) stammen aus dem IWH-Insolvenztrend für September 2026 des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, veröffentlicht am 8. Oktober 2026 (Pressemitteilung 30/2026, iwh-halle.de). Die Plattform-Zahlen (365 / 1.523 / 5.016, Stand 8. Oktober 2026) stammen von der live aktualisierten Seite /statistiken.

Warum nennen Sie keine exakte September-Firmenzahl aus Ihrer eigenen Datenbank, wie in den Vormonats-Artikeln?

Weil wir in dieser Ausgabe keinen direkten Datenbankzugriff hatten und keine Zahl über echte Unternehmen schätzen wollen, die wir nicht belegen können. Die Zahlen auf /statistiken sind außerdem strenger gefasst als die in den Juni-/Juli-/August-Artikeln verwendete Auswertung: Sie zählen ausschließlich amtliche §9-InsO-Bekanntmachungen (keine Verkaufsbörsen), ein Unternehmen genau einmal, und schließen zurückgezogene oder gesperrte Fälle aus. Die dort gezeigten Zahlen sind deshalb nicht direkt mit den Bekanntmachungszahlen der Vormonats-Artikel vergleichbar — für die laufend aktuelle, korrekt abgegrenzte Monatsreihe gilt /statistiken als Referenz.

Mehr Fälle, aber weniger betroffene Arbeitsplätze in den größten Fällen — ist der Markt für Käufer dadurch weniger interessant?

Nein, er verschiebt sich lediglich in die andere Richtung als im August. Mehr Fälle bedeuten mehr Gelegenheiten pro Monat; kleinere Durchschnittsgrößen bedeuten in der Regel überschaubarere Due-Diligence-Aufwände pro Fall. Für Käufer, die auf Tempo und Durchlauf statt auf einzelne Großfälle setzen, ist ein solcher Monat eher günstiger als ungünstiger.

Das dritte Quartal lag leicht unter dem zweiten — ist die Insolvenzwelle vorbei?

Nein. Laut IWH war das dritte Quartal mit 4.880 Fällen der zweithöchste Quartalswert seit 2005 — ein leichter Rückgang gegenüber einem historischen Höchststand bleibt ein außergewöhnlich hohes Niveau. Das IWH erwartet für die kommenden Monate weiterhin hohe Zahlen; eine mögliche Entspannung sieht es frühestens zum Jahresende.

Ersetzt dieser Artikel eine rechtliche oder steuerliche Beratung?

Nein. Der Artikel ordnet Marktzahlen ein und beschreibt Marktmechanik. Jede konkrete Übernahme aus einer Insolvenz erfordert eine eigene rechtliche und steuerliche Prüfung — insbesondere zu Betriebsübergang nach § 613a BGB, Haftungsfragen und der Struktur des Erwerbs.

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